Was beinflusst den Goldpreis? - 4 August 2009
Wenn Sie sich mal überlegen welche Einflüsse auf die Entwicklung des Goldpreises von Relevanz sind, dann ist dies schon enorm.
Natürlich ist der Schlüsselpunkt für die Preisentwicklung die Nachfrage nach dem Metall. Denn wenn es keine Nachfrage nach dem Metall gibt, dann wird sich der Preis in die südliche Richtung, also abwärts, bewegen.
Wenn die Nachfrage aber steigt, dann wird sich wiederum der Preis in die nördliche Richtung, also aufwärts, bewegen. Aber die Gründe, die für eine Nachfrageänderung in Betracht gezogen werden, können vielfältig sein und einige davon möchte ich heute hier kurz näher erläutern.
Wirtschaftlage und Aktienmarkt
Es ist glaube ich klar, und dies haben wir vor allem über die letzten 1,5 Jahre erfahren müssen, dass sich die Aktienmärkte parallel zu der aktuellen Wirtschaftslage entwickeln.
Generell gesagt: Befindet sich die Wirtschaft in einem Abschwung oder gibt es Anzeichen dafür, dann wird ebenfalls der Aktienmarkt eher mit Abschlägen konfrontiert. Befindet sich die Wirtschaft hingegen in einem Aufschwung oder es gibt Anzeichen dafür, dann wird auch der Aktienmarkt eher Aufschläge hinlegen.
Was hat dies jetzt mit dem Goldpreis zu tun? Grundsätzlich gilt, dass sich der Goldpreis entgegengesetzt zum Aktienmarkt entwickelt. Denn wenn die Wirtschaft boomt, dann fließen mehr Gelder in die Aktienmärkte als Investments in den Goldmarkt und es wird beim Goldpreis mit einem eher rückläufigen Preisniveau gerechnet.
Auf der anderen Seite, wenn sich die Wirtschaft in einem Abschwung befindet, dann werden Investoren eher in den Goldmarkt investieren als in die Aktienmärkte und dies wird wiederum den Goldpreis stützen.
Auch wenn diese Theorie, der gegensätzlichen Entwicklung des Goldpreises zu den Aktienmärkten, die am häufigsten verbreitete ist, kann man es aber auch noch von einem anderen Blickwinkel sehen.
Nehmen wir dazu einen Wirtschaftsboom. Hier wird zwar die Nachfrage nach Gold als Alternativinvestment zu Aktien von den Privatinvestoren zurückgehen, da diese bei einem Wirtschaftsboom eher in spekulativere Anlagen wie Aktien investieren.
Aber die Nachfrage nach Gold aus dem Industriebereich wird bei einem Wirtschaftsboom ansteigen und die industrielle Nachfrage macht den Hauptanteil der Gesamtnachfrage nach Gold aus.
Politische Krisen und Krieg
Wenn es in einem Land eine politische Krise und eventuell einen kriegsähnlichen Zustand gibt und diese Vorkommnisse in dem Land für die weltweite Volkswirtschaft und für den weltweiten Frieden einen negativen Effekt haben können, dann wird dies die Nachfrage nach Gold und entsprechend den Goldpreis stützen.
Gold wird nicht ohne Grund auch als Krisenmetall genannt, da Gold in der Regel sowohl von wirtschaftlichen als auch von politischen Krisen profitiert
Inflation und Geldentwertung
Sie können über das Thema der Inflation vor allem in der aktuellen Zeit viel lesen. Gerade in diesem Zusammenhang wird auch immer wieder Gold gerne herangezogen.
Aber um es auch hier nochmal kurz zu erwähnen: Mit Inflation wird ein Anstieg des Preisniveaus für Güter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft ausgedrückt. Bei einer hohen Inflation bekommt man beispielsweise als Verbraucher für eine Geldeinheit weniger Güter als bei einer niedrigen Inflation. Man spricht daher auch bei einer Inflation von einer Geldentwertung.
Wie kann es dazu kommen? Ein wesentlicher Grund ist ein Anstieg der Geldmenge. Dies passiert, wenn Staaten und Zentralbanken mehr Geld in Umlauf bringen. Genau dies haben übrigens die weltweiten Regierungen und Zentralbanken über die letzten 12 Monate aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise mit ihren Rettungs- und Stützungsprogrammen durchgeführt - sie haben zusätzliche Liquidität den Finanzmärkten zugeführt.
Dadurch wird letztendlich mit einer steigenden Inflation gerechnet, was aber derzeit noch nicht der Fall ist. Aber um auf das Verhältnis zur Goldnachfrage und somit zum Goldpreis zurückzukommen, wird bei einer steigenden Inflation allgemein mit einer steigenden Nachfrage nach Gold gerechnet, da sich viele Marktteilnehmer mit Gold gegen eine Inflation absichern.
Denn wenn das Papiergeld weniger Wert wird, so wird die Attraktivität von Gold als Alternativinvestment und als stabiler Werterhalt stärker und stützt den Goldpreis.
Währungsveränderung
Es gibt immer die unterschiedlichsten Prognosen zum Goldpreis. Es gibt Stimmen, die gehen von einem baldigen Anstieg auf über 1.000 USD und teilweise über 1.500 USD pro Unze und mehr aus. Es gibt aber auch Stimmen, die daran zweifeln und den Goldpreis eher niedriger sehen.
Eine interessante Aussage machte erst kürzlich ein Rohstoffstratege der Bank ANZ, und dies passt so schön hier zu dem Stichwort Währungsveränderung. Denn auch wenn ANZ derzeit davon ausgeht, dass der Goldpreis sich zwar weiter über 900 USD pro Unze aufhalten wird, geht er nicht von einem Durchbruch oberhalb von 1.000 USD aus. Im kommenden Jahr 2010, hält ANZ aber höhere Preise für durchaus denkbar, denn es wird mit einer niedrigeren US-Währung gerechnet.
Jetzt fragen Sie sich eventuell: Was hat die US-Währung US-Dollar (USD) mit dem Goldpreis zu tun?
Erst einmal nehmen die meisten Banken als Referenz den Goldpreis notiert in USD und nur selten notiert in anderen Währungen wie EUR. Wenn jetzt die Währung USD gegenüber anderen Währungen an Wert verliert, dann wird Gold, in USD notiert, wieder attraktiver für Investoren.
Also Gold verläuft gegenüber der Währung USD meist gegensätzlich. Wenn der USD gegenüber anderen Währungen ansteigt, dann fällt der Goldpreis und vice versa. Dadurch, dass der genannte Stratege von der Bank ANZ für 2010 mit einem zurückgehenden USD rechnet, geht er gleichzeitig von einem steigenden Goldpreis aus.
Die genannten Einflüsse auf die Nachfrage und damit auf den Preis von Gold sind nur ein Auszug von diversen möglichen Einflüssen aber ich denke, dies sind mit die wesentlichsten Gründe warum wir Veränderungen in der Nachfrage und dem Goldpreis sehen.
Quelle: Einflüsse auf den Goldpreis
Dominique Braun arbeitet seit Ende der 90er Jahre im Finanzbereich bei diversen Banken und Brokern und einem Finanzinformations-anbieter. Seit 2001 arbeitet er als Finanzjournalist an diversen Projekten mit dem Investor Verlag zusammen, wo er Chefredakteur von Antizyklik Depesche und Members Daily ist. Seit Mitte 2008 ist er selbständig im Finanzbereich tätig. Mehr über Dominique Braun...











