Was mit dem Euro los ist – Teil 2 - 18 Juni 2007
Die amerikanische Foreign Affairs sieht das Ende der Nationalwährung vor. Und deutet das Zurückkehren des Goldstandards an…
DIE LIEBLINGSLEKTÜRE der politischen Entscheidungsträger und der „leidenschaftlich optimistischen“ Bürokraten, Foreign Affairs hat das „Ende der Nationalwährungen“ angesagt. Vielleicht ist das wichtig.
So Cryptogon.com: „Foreign Affairs ist die wichtigste und einflussreichste Zeitschrift
über internationale Beziehungen der Welt… das Mechanismus nach dem der Rat für
auswärtige Beziehungen (CFR) den Plan des Spieles ausmalt.
Der CFR behauptet, dass seine 3.400 Mitglieder selbst ehemalige sowie heutige US Präsidenten und Aussen-, Sicherheits- und Finanzminister zählt.
„Publikationen wie The New York Times und The Wall Street Journal sind vereinfachte Versionen von Foreign Affairs“, meint Cryptogon. „Hier testen Politiker, welche Aussagen sicher sind, welche Strategien machbar sind und was man machen soll.
Die Welt muss die nicht unerwünschten Währungen aufgeben“, drängt die Zeitschrift, „ und sie mit US Dollar, Euro und noch nicht existierende multinationale Währungen ersetzen.“
„Keine wirtschaftliche Entwicklung ist ausserhalb des Globalisationsprozesses mehr möglich“, meint der Autor Benn Steil, Direktor der internationalen Beziehungen bei CFR. „Länder sollten [also] Währungsnationalismus aufgeben. Regierungen sollten die nationale Währungen mit US Dollar oder dem Euro ersetzen – oder im Falle Asiens für die Einführung einer neuen multinationalen Währung für einem vergleichbar weitem und wirtschaftlich abwechslungsreichen Feld mitarbeiten.“
Eine trockene Aussage, zwei Notwendigkeiten und eine schnelle allgemeine Lösung für Weltverbesserer auf der ganzen Welt.
Die Eigenständigkeit des Pfundes, des Pesos und des Pengos stehen im Weg der freien Marktwirtschaft, meint Steil. Die Devisenmärkte helfen nicht der Globalisierung, sondern sie verhindern sie. Ein Land, eine Währung fügt nur neue Verwirrung dazu.
Der „Mythos“ der Währungssouveränität fügt auch Kosten hinzu, wie die Banca d’Italia bestimmt zustimmen wird. Fünf Jahre nachdem die italienische Lira durch den Euro ersetzt wurde schreibt L'Espresso, dass Mario Draghi, der Gouverneur der italienischen Zentralbank, 58 der 97 Geschäftsstellen in Italien schliessen will. Und 1.500 Angestellte sollen „neu verteilen“ werden.
Es ist keine Überraschung, dass die Gewerkschaften und die lokale Politiker dagegen sind. Kosten senken, um für einen post-nationalistischem „-Ismus“ zu bezahlen – in diesem Falle die pan-europäische Benennung, die in Brüssel und in Frankfurt gejubelt wird – verärgert jederzeit das Volk. Was ist, wenn sie dann mit Forken und Strick daher kommen?
Italien kann aber nur durch das Streichen von Stellen und der drastischen Senkung der Kosten endlich dieses Jahr seine Versprechen an Europa einhalten.
Acht Jahre nachdem die einheitliche Währung zum ersten Mal freigegeben wurde, hat Rom ihr finanzielles Ziel (gerade mal) erreicht, um die Staatschulden unter 3 % des BIP in 2007 zu behalten. Im Juni 2005 wollte der italienische Wirtschaftsminister ein Referendum, um zu bestimmen, ob das Land zur Lira zurücktreten sollte.
Roberto Maroni wollte die italienische Rezession, die Dritte in sechs Jahren, durch die Abwertung der eigenen Währung verbessern. Abwertung hat in der Vergangenheit schon immer funktioniert und sie würde nach wie vor gut funktionieren, wenn nur die italienische Währung Italien gehören würde.
Was aber Maroni und seine anderen cospiratori verpasst haben (so wie Nicholas Sarkozy, der neue Präsident Frankreichs, es verpasst hat, als er in der Mitte seiner Wahlkampagne im Frühjahr erforderte, dass die Abwertung des Euros gegen die chinesische Ausfuhren im Wettbewerb stehen solle), ist dass die europäische Zentralbank (EZB) ihre Währung trotz dem wunderbar zerstört hat.

Als im Januar 1999 die einheitliche Währung freigegeben wurde, sank der Euro gleich um ein Fünftel innerhalb von zwei Jahren. Ohne politischer Unterstützung und von den Einkäufern in ganz Europa gehasst, war der Euro erledigt.
Und die europäische Zentralbank? Sie hat Dampf gemacht! Sie erniedrigte die Zinssätze von 4,75% auf 2,0% in den folgenden drei Jahren. Das jährliche Wachstum der umlaufenden Geldmenge verdoppelte sich bis zu 8% und noch höher.
Und doch hatte die EZB eine Währung, die ein Drittel nach oben gesprungen ist!
Der Euro ist weiterhin gewachsen, seit dem die Darlehenszinsen endlich Ende 2005 gewachsen sind. Jetzt sind sie bei 3,75% und sind bei 4% oder höher diesen Sommer der „Normalisierung“ nahe.
Aber auch hier stimmt was nicht. Denn hohe Zinssätze haben es nicht geschafft, die Blase der Kredite und der Schulden in der Eurozone abzubremsen. Das Wachstum der Darlehenszinsen hat in den letzten fast zwei Jahrzehnten einen Rekordhoch erreicht. Duisenberg und Trichet haben so getan als ob sie die Fäden der Währungspolitik bewegen würden, dabei haben sie aber eher ihren südländischen Exzess als ihren teutonischen Verstand für Geld gezeigt.
So war es nicht geplant, als die Bundesbank, die von dem Washington Post als „deutsche Hauptstütze und Symbol der Solidität“ beschrieben wurde, einwilligte, niedrige Inflation und eine starke Währung mit dem Rest der EU zu teilen.
„Es wird weitgehend angenommen, dass der Euro die natürliche alternative zum US Dollar als globale Währung sei", meint Benn Steil in dem oben genannten Artikel in Foreign Affairs. „Wenige vertrauen allerdings noch in die Haltbarkeit des Euros, die unter den gleichen steuerlichen Bedenken des Dollars leidet, zu denen die Sorgen derjenigen Länder stammen, die mit dem Austritt aus dem Europakt drohen.“
„Es gibt aber eine Alternative“, fügt Steil hinzu: „Die weltweit dauerhafteste Geldform: Gold.“
Wenn Steil ernsthaft über die Rückkehr zu dem Goldstandard schreibt, ist er einer der Wenigen die das behaupten. Ja, Gold war die Wertaufbewahrung unserer ganzen Geschichte, aber weder sein Gewicht noch seine Rarität gelten heutzutage als Verrechnungseinheit“.
Die Welt zeigt aber keine Angst, die Geschäfte in Euro umzusetzen. Im Dezember überholte der Wert der Euroscheine und -münzen weltweit im Umlauf den Wert der gesamten Dollarscheine und -münzen. Der Bestand von Euroscheine ist seit den letzten Tagen der Währungen vor dem Euro im Wert verdoppelt. Und so wie der Dollar ausserhalb der USA angenommen wird, wird auch der Euro ausserhalb der Eurozone verwendet.
Nach Abschätzungen der EZB sind 10% bis 20% aller Euroscheine ausserhalb der 13 Länder im Umlauf. Der €500 Schein erregt mehr Aufwand als ein vergoldeter Uzi, ist sieben Mal soviel Wert als der mit dem grössten Wert benannten Dollarschein und acht Mal soviel als der ¥10,000 Schein. Der fünfhundert Euro Schein ist perfekt für grosse und anonyme Bargeldtransaktionen.
Darum wird er in Russland angenommen, erklärt der Financial Times. Die „Gangster-Republiken„ Kosovo und Montenegro wollen auch ihr Glück selber in die Hände nehmen – und den Euro als ihre Nationalwährung annehmen!
Und was meint Foreign Affairs über eine Welt, die nur mit zwei oder drei Rechengelder verwaltet wird, die auf Kommando gedruckt und angenommen werden? Es könnte jedes Mal wahrscheinlicher werden, wenn die Drogenherren in Moskau ein frisches Kilo auf den Markt bringen.
Als Wertaufbewahrung für die Zukunft gewinnt aber nach wie vor Gold.
Seitdem der Traum einer gemeinsamen europäischen Währung im Januar 2002 Wirklichkeit geworden ist, hat Gold den Euro im Durchschnitt um jährlich 10,3% überstiegen. Gold hat jährlich mehr als 12% gegen den britischen Pfund gewonnen. Was aber die Abwertung der Währungen im Vergleich zu dem Goldpreis betrifft, stehen der Dollar und der Yen ganz oben auf der Liste. In dem Rennen gegen die Abwertung haben sie beide seit Anfang 2002 ihren Wert gegen Gold halbiert.
Mach dein Geschäft in Euro… aber behalte dein Besitz in Gold? Die heutige Währungseinheit zeigt ganz klar einen Trend in diese Richtung. Foreign Affairs deutet nur die Erwartung an.
Vielleicht lesen unsere Freunde aus Washington diesen Artikel…?
ist Head of Research / Leiter der Forschungsabteilung bei BullionVault, der weltweit führenden Handelsplattform für physische Gold- und Silberbarren. Zuvor war er Redaktionsleiter bei Fleet Street Publications, Londons Top-Verlagshaus für Finanzpublikationen und zwischen 2003-2008 City-Korrespondent für das Daily Reckoning. Er ist regelmäßiger Autor für 321gold, FinancialSense, GoldSeek, Prudent Bear, SafeHaven und Whiskey & Gunpowder neben vielen anderen führenden Investmentportalen, zu denen er als Goldmarkt-Experte beiträgt. Darüber hinaus ist Adrian Ashs Meinung auch bei renomierten Medien und Nachrichtendiensten wie der Financial Times, The Economist, Bloomberg oder auch dem Stern gefragt.











