Geld, Trash und die billigsten Häuser in England - 25 Juni 2007
„… die billigsten Häuser in Englang – leer,
zerstört und zugebrettert – kosten jetzt um die $40.000…“
MONEY, money, money... je mehr die Welt davon hat (14% mehr als vor einem Jahr nach einer aktuellen Schätzung), desto weniger wollen Personen davon wissen.
Geld in Trash stecken ist natürlich OK. Welcher selbst achtende Modefreak würde jemals etwas besitzen wollen, das alle andere verachten?
Die bekannten Grundlagen helfen nicht weiter. In unserer Welt voller winziger wenn überhaupt positiver Zinssätze müsste man nicht ganz dicht sein, um das ganze eigene Vermögen in Cash zu investieren. Und nur ein Dummkopf könnte denken, sein Geld auf der Bank aufzubewahren…. anstatt in ein Eigentumshaus zu investieren… oder in Aktien und Anleihen… oder in hochverzinsliche Anleihen in den kommenden Märkten… oder in gänzlich besessenes physisches Gold.
Versuchen Sie zum Beispiel heutzutage in Grossbritannien einen Herrengeldbeutel mit Münzfach zu kaufen: Keiner will den Kleinkram! Es ist viel einfacher die wenigen Cent in das Almosenkästchen bei der Kasse verschwinden zu lassen, als sie in der Tasche lose zu haben.
Aus diesem Grund werden Aktienmärkte, teuerer Wein, hochverzinsliche Anleihen, Immobilienpreise, Kunst, Rennpferde, Immobilien am Strand in Zentralamerika, englische Fussballmannschaften und afrikanische Bergwerke eine immer lockendere Investition.
Wohnwirtschaftliche Preise sind z.B. in Nord Irland 45% jedes Jahr gewachsen. Egal wo das Geld herkommt, es ist auf der Falls Road in Belfast gelandet, die früher als Armenviertel betrachtet war.
Zwei viertel der nordirischen Wirtschaft wird von Regierungsprogrammen – anstatt von der freien Marktwirtschaft – unterstützt. Und die Provinz hat noch keine entwicklungsfähige politische Abfindung gefunden, die zum Ende jahrzehntelanger konfessionsgebundener Gewalt bringen könnte. Der Sinn Fein und sein grösster Feind, die von dem „Dr No“ Pfarrer Ian Paisley geführte Democratic Unionist Party, kämpfen immer noch, um die Illusion zusammen eine Koalition führen zu können. Aber Grundstückmaklern ist das alles auch egal, und auch Kreditgebern.
Die überfüllten Reihenhäuser in West Belfast sind fast um das dreifache in den letzen fünf Jahren nach oben geschossen. Auf der anderen Seite der ‚Peace Line’ (wenn Sie es überhaupt auf die andere Seite schaffen…), in der Shankhill Road, wo die eingefleischten protestantische Loyalisten leben, ist der Preis von einem zwei Zimmer Reihenhaus über das Doppelte als vor 12 Monaten. Bis zu £150.000 ($300.000), so die Zeitung The Independent, wird für Häuser auf der Shankhill Road routinemässig 10-20% über dem Verkaufspreis geboten.
Auf der anderen Seite der Irischen See, auf der britischen Insel, sind die preisgünstigsten Häuser in Nelson und Burnley, in der Nähe Blackburns, auf dem trostlosen Industrieabfallgebiet in Lancashire, zu finden.
Nach einer aktuellen Studie kostet ein Haus mit zwei Zimmern auf dem ersten Stockwerk und nur zwei Zimmer auf dem Erdgeschoss immer noch £22.000, was mehr als $40.000 entspricht.
Zumindest in England spiegelt physisches Geld den Schein seines finanziellen Werts wider. Im März hat die Bank of England eine neue £20 Banknote ausgegeben. Sie ist in so vielen Silberlogos geschichtet, dass sie fast wie ein Wein aus der Neuen Welt aussehen könnte, der gerade den zweiten Platz bei einem Wettbewerb erhalten hat. Diese £20 riechen nicht einmal wie echtes Geld! Und das Porträtfoto von Adam Smith neben dem Zahlungsversprechen der Bank of England vergibt kaum mehr Glaubwürdigkeit als ein lächelnder Löwe auf Kinderspielgeld.
„Monopol… ist ein grosser Feind des guten Unternehmens“, so Smith in seinem Wohlstand der Nationen – und Zentralbanken haben das Monopol über Geldausgabe. Auf Grund ihres Mangels an guten Unternehmen, wie kann man nur die Geldwertillusion verteidigen, wenn die Regierungen und die Finanzindustrie alles machen, um diesen Wert zu vernichten?
Wie läuft es denn auf der anderen Seite der Welt? Hier die Zentralbank in Neuseeland.
Auf erstem Hinblick scheint es hier das gleiche Problem mit Fluchtkapital als in anderen Entwicklungswirtschaften wie z.B. Thailand zu geben: Globale Investoren haben die Währung nach oben gebracht, in dem sie das Land mit Geld überflutet haben.
Das Problem für Neuseeland ist aber das, dass seine eigene Investoren und Konsumenten niemals Geld behalten wollen. Die Landeszentralbank in Auckland hat im Frühjahr noch mal den Basiszinssatz erhöht. Das dritte Mal in den letzten drei Jahren, und es hat von heute auf morgen die Renditen der Kiwi-Dollar auf 7,50% gebracht, der zweit höchste Zinssatz in den Industrieländer nach Island, eine schon seit 7 ununterbrochenen Jahren beibehaltenen Position.
Aber trotz dem behandeln Neuseeländer Geld wie einen peinlichen Freund, den sie seit der Uni nicht loswerden können.
Grundstückpreise wachsen ständig. Die Einführungen lassen die Ausführungen immer weiter hinten, und dieser Abstand ist 7,4% der Wirtschaft. 2008 wird die Inflation von 2,3% auf 2,7% wachsen, so ihre Landeszentralbank. Aber höhere Zinssätze haben das schlechte Gefühl für Geld in Neuseeland noch nicht weggenommen.
„In Bezug auf unsere relativ hohen Zinssätzen" meint der Gouverneur der Landeszentralbank Alan Bolland „hat Neuseeland in den letzten Jahren einen unausgeglichenen Anteil der globalen Liquidität herangezogen, der den NZ Dollar trotz dem relativ grossen Leistungsbilanzdefizit nach oben geschossen hat“.
Das ist kein Scherz! Die von ausländischen Spekulanten in Neuseeland herausgebrachten Anleihen – die „EuroKiwi“ und „Uridashi“ Anleihen, die von Investitionsbanken in Frankfurt und Tokio auf der Suche nach kostenlosen Gewinnen auf den Markt geschafft wurden – sind jetzt insgesamt NZ$55 Trillionen. Das gleicht 1/3 des neuseeländisches BIP.
„Der ansteigende Druck, der auf den neuseeländischen Dollar dadurch ausgeübt wird, so gut wie der absteigende Druck auf [langfristige] Zinssätze“ sagt Bolland „hat die aktuelle problematische Unausgewogenheit zwischen dem Handel- und den Nichthandelsektor in Neuseeland weiter erbittert.“
Einfach gesagt sind die Finanzanlagen gestiegen, aber die reelle Wirtschaft ist gesunken. In 2006 hat Neuseeland das 15. grösste Handelsbilanzdefizit der Welt hereingeholt. Nicht schlecht für ein Land, das nur vier Millionen Einwohner hat. (Die USA waren ganz oben auf der Liste, während Spanien und Grossbritannien gleich danach kamen).
Der Wohnungsmarkt in Neuseeland ist auch stark nach oben geschossen und der Kundenkredit hat sich in eine Blase entwickelt. Seine Währung scheint nach jeglichen Fundamenten überwertet. Und als ob diese Mussfrühlingskleidung der „haute finance“, die von allen modischen angelsächsischen Wirtschaften dieses Jahr getragen wird, nicht genügen würde, gibt es eine umgekehrte Zinsertragskurve.
Genau so wie mit dem Pfund, dem US Dollar und dem australischen Dollar ist es jetzt preiswerter sich NZ Dollar auszuleihen und sie in fünf Jahren anstatt in 2008 zurückzuzahlen. Der Anleihenmarkt glaubt nicht, dass der Zinssatz oben bleiben wird. Warum sollten wir also in ihren Nationalparken herumwandern?
„Es gibt die gewachsene Skepsis, dass eine Kombination aus hohen Zinssätzen und hoher Währung tragfähig sein wird“ sagt John Body, Finanzmarktführer bei ANZ National Bank in Auckland. „Sie könnte die Wirtschaft abbremsen und der Zinssatz könnte demnach sinken“.
„Der neuseeländische Wachstum wird nach unten aufgespiesst, was frische Investoren aus Neuseeland gejagt hat" meint Body.
Das grösste Problem wird allerdings auftauchen, wenn alle diese EuroKiwi und Uridashi Anleihen fällig sein werden. Die Investoren in Tokio und Frankfurt müssen sie dann in Euro und Yen ablösen. Und um das nötige Geld zu finden, werden sie NZ Dollar verkaufen müssen.
Die Neuausgaben der EuroKiwi und Uridashi Anleihen hatten Ende 2005 ihren Höhepunkt. Das zweijährige Spiel mit kostenlosen Renditen zwischen den neuseeländischen Zinssätzen und Währungen mit einem niedrigen Zinssatz war super populär. Auszahlungen werden also Ende dieses Jahres ihren Höhepunkt erreichen.
Na gut, der Abstand für „kostenloses Geld“ hat sich in der Zwischenzeit auf 700 Punkte erweitert, was neue Uridashi und EuroKiwi eine Weile lang unterstützen könnte. Wenn der neuseeländische Dollar aber die verlorene Konfidenz in die eigene geldfürchtende Wirtschaft wieder ergattert, wird etwas schief gehen.
Wir schätzen, es wird nicht der Goldpreis gegen der Kiwi-Währung sein.
ist Head of Research / Leiter der Forschungsabteilung bei BullionVault, der weltweit führenden Handelsplattform für physische Gold- und Silberbarren. Zuvor war er Redaktionsleiter bei Fleet Street Publications, Londons Top-Verlagshaus für Finanzpublikationen und zwischen 2003-2008 City-Korrespondent für das Daily Reckoning. Er ist regelmäßiger Autor für 321gold, FinancialSense, GoldSeek, Prudent Bear, SafeHaven und Whiskey & Gunpowder neben vielen anderen führenden Investmentportalen, zu denen er als Goldmarkt-Experte beiträgt. Darüber hinaus ist Adrian Ashs Meinung auch bei renomierten Medien und Nachrichtendiensten wie der Financial Times, The Economist, Bloomberg oder auch dem Stern gefragt.










