Ein goldgedeckter Euro ist notfalls machbar - 3 Dezember 2007
Ist es möglich, die umlaufenden Euro-Banknoten durch Gold zu decken, und dadurch den Euro zu einer echten Goldwährung zu machen?
DURCHAUS. Es wurde sogar schon einmal erwogen, nämlich von einer Arbeitsgruppe des Europäischen Währungsinstituts in den neunziger Jahren. (Das EWI war der Vorläufer der Europäischen Zentralbank.)
Einfache Rechnung: Mit Stichtag 28. September besaß das Eurosystem Gold und Goldforderungen im Gegenwert von 186,233 Milliarden Euro, und zwar bewertet zu € 520,312 je Unze zum Quartalsende. Gleichzeitig wurde der Banknotenumlauf in der Eurozone mit 637,292 Milliarden ausgewiesen. Unter einem Goldstandard haben die Bürger bekanntlich das Recht, ihre Geldscheine jederzeit in Gold einzulösen. Da dies aus praktischen Gründen nie alle tun, genügt normalerweise eine Drittel-Deckung. Das war auch unter dem Goldstandard vor 1914 nicht anders.
Zwar reicht ein Goldpreis von 520 Euro je Unze für eine vernünftige Deckung nicht aus. Aber die EZB könnte den Preis höher, etwa bei 800 oder 850 Euro fixieren. Sie würde dann jederzeit Gold zu dem neuen, festen Preis ankaufen – und dafür Banknoten ausgeben. Das ist gegenwärtig nur Theorie, könnte aber im Zuge einer großen Währungskrise durchaus auf die Tagesordnung kommen.
Dr. phil. Bruno Bandulet, seit 1979 Herausgeber des Finanzdienstes GOLD&MONEY INTELLIGENCE, ist Redakteur der Webseite www.bandulet.de und hat eine vielfältige Erfahrung als Chefredakteur und Korrespondent bei Welt, Quick und Transatlantik.










