Niedrige Zinsen erfordern grösseres Risiko - 8 April 2010

Wenn Sie gerne spekulieren, dann probieren Sie es doch mal mit Wetten, Sammlerstücken, Diamanten, Immobilienspekulationen oder hochverzinslichen Schuldverschreibungen Je länger der Zinssatz unter der Inflationsrate bleibt, desto mehr werden Sparer gezwungen werden, grössere Risiken einzugehen, um ihr erspartes Geld zu schützen. Schauen Sie sich einmal um... 

  • Laut der Deutschen Bank ist die Anzahl der Privatkunden, die über die dbFX Plattform mit Wechselkursen handeln in 2009 um 40% gestiegen. Neue Kunden werden ermuntert zwischen 50:1 oder 100:1 Fremdkapitalaufnahme zu wählen
  • Nadex, die Tochterfirma der IG Group, hat kürzlich die offizielle Erlaubnis erhalten, ab April US Investoren binäre Wetten anzubieten. Die 1974 gegründeten Londoner Buchmacher haben in den letzten sechs Monaten seit November eine Umsatzsteigerung von 47% auf 56%, der globale Erlös steigerte sich um 14%
  • Christie´s Asiatische Kunstwoche in New York erzielte gerade eine Rekordzahl an Besuchern mit einem Erlös von USD 60 Mio. innerhalb von vier Tagen. Im Januar wurde Alberto Giacomettis L´Homme Qui March I statt der geschätzen GBP 18 Mio. innerhalb von acht Minuten für den Rekordpreis von GBP 65 Mio. (USD 103 Mio.) versteigert. Doch könnte dieser Rekord, so munkeln Experten, im Juli von JMW Turner gebrochen werden. Sein Aquarell Modern Rome könnte mit grosser Wahrscheinlichkeit einen Rekordpreis für Turners Werke erzielen, so sagt ein Experte von Sotheby´s.
  • Investoren von hochverzinslichen Schuldverschreibungen haben zwischen Januar und Ende März zu einem Rekordpreis von USD 64 Mrd. Schuldenpapiere aufgekauft, sagt Fitch Ratings, weil "Investoren in Zeiten von Niedrigzinsen nach günstiger Beute Ausschau halten" wie es ein Anleihen-Fond-Manager beschreibt 

Wechselkurs-Spekulationen, teure Sammlerstücke, hochverzinsliche Risiko-Schuldverschreibungen - das haben wir alles schon erlebt und zwar vor nicht all zu langer Zeit. Und trotzdem, von Privatinvestoren, die ihre Ersparnisse mit einer kleinen 100:1 Fremdfinanzierung aufstocken möchten, über superreiche Kunstliebhaber, die über Telefon bieten, bis zu institutionellen Managern, die alles aufkaufen, was einbischen mehr hergibt als Null – es ist, als ob der Börsen-Crash nie stattgefunden hätte. 

Eigentlich war das zu erwarten. Die Privatbank Coutts, Bank der Englischen Königin wohlgemerkt, veröffentlichte letzte Woche in der Financial Times eine kleine unscheinbare Anzeige demnach sie die Zinssätze gesenkt hat. Bareinlagen von über GBP 3 Mio. (USD 4,5 Mio.) und drüber werden von nun an mit jährlich 0,55% verzinst. Alles unter dieser Grenze wird mit jährlich 0,40% vor Steuern und Inflation verzinst.

Und dennoch muss man sich fragen, warum der Goldpreis immer noch weiter steigt.

Für Sparer in den USA ist über drei Jahre nach der Inflation immer noch Land unter. Es ist also nicht verwunderlich, wenn vorsichtige, eher risikoscheue Menschen, die bisher keine Spekulationsgeschäfte gewagt haben, jetzt anfangen, Gold und/oder Silber zu kaufen, ein Fremdwährungskonto eröffnen oder auf Zwangsversteigerungen gehen, um Grundeigentum zu einem Spotpreis zu ergattern.

Sie hätten zwar lieber ihr Bargeld auf der Bank, denn das ist, was man landläufig unter "Erspartem" versteht, da Bargeld auf der Bank ja eigentlich fast ohne Risiko ist. Doch die Beispiele der Firmen Nothern Rock, Bear Stearns und Kaupthing haben das Lügen gestraft. Vor allem seit dem Fall der Versicherungsgesellschaft FCIC, ist "risikofrei" gleichzusetzten mit sicherem Verlust.

Solange der Zinssatz weiterhin unter der Inflationsrate bleibt, werden immer mehr Menschen gezwungen werden, mehr Risiken einzugehen, in dem sie, statt Bargeld auf dem Bankkonto anzuhäufen, in physische Sammelobjekte, Wetten und in riskante, aber hochverzinsliche Schuldverschreibungen investieren. Und dementsprechend werden auch immer mehr Broker, Ganoven und Aufreisser nach ihnen Ausschau halten, um Ihnen "zu helfen".

Schaut man auf die letzten sieben Jahre, dann haben besonders in den letzten 12 Monaten viele BullionVault Kunden vermehrt Gold gekauft.

In Washington sind die staatlichen Pläne, den Fremdfinanzierungsgrad des Devisen-Einzelhandels mit einem festgeschriebenen Zinssatz von 10:1 zu deckeln auf massiven Wiederspruch seitens der Industrie gestossen, schreibt EuroMoney. Die Financial Times berichtet über neue Versuche, den Diamantenmarkt mit Spotmarktgeschäften anzukurbeln, um Investoren anzuziehen. In Grossbritannien haben Immobilienspekulationen und dubiose Immobilien-Seminare wieder zugenommen, obwohl es gerade einmal zwei Jahren her ist, dass zwei Hochstapler aufgeflogen sind.Wenn Sie an dem Glückrad von Risikogeschäften drehen wollen - und gestehen wir es uns einmal ein, wenn die Zinsen nicht bald wieder steigen, dann sind wir alle daran interessiert –, dann setzen Sie sich einen Moment hin und denken Sie nach. Denn, egal ob man es Spekulation oder Investment-Anlage nennt, es ist nicht sinnvoll, sich unnötigen Risiken auszusetzen.Sie müssen genau wissen, was Sie kaufen. Überprüfen Sie den Ruf, die Kreditwürdigkeit und das Ausfallrisiko Ihrer Gegenpartei. Schauen Sie genau, wieviel Kosten Sie sparen können, damit Sie im Falle der richtigen Spekulation an Ihrem Gewinn festhalten können, anstatt den Profit Wucherern und Ganoven zu überlassen. Denn die haben während der letzten Reflation zwischen 2002-2007 genug Geld gemacht.

Wie man heutzutage am besten Gold und Silber kauft? “Ich habe noch keinen einfacheren Weg als über BullionVault gefunden“, sagt ein BullionVault-Kunde....

 

Adrian Ash, 08 Apr '10

Adrian Ash is head of research at BullionVault.com, the fastest growing gold bullion service online. Formerly head of editorial at Fleet Street Publications Ltd – the UK's leading publishers of investment advice for private investors – he is also City correspondent for The Daily Reckoning in London, and a regular contributor to MoneyWeek magazine.