Weimar 2010 - 6 Mai 2010

Europas Versprechen vom Wohlfahrtsstaat ist einfach zu gross, als dass man es jemals finanzieren könnte.

Hervorgegangen aus einem klaren militärischen Sieg nach dem Ende des ersten Weltkriegs, wollten Frankreich und Grossbritannien Deutschland mit dem Versailler-Vertrag bestrafen.

Neben dem Verlust von 13% seines Territoralgebiets und 10% seiner Bevölkerung im Juni 1919, war Deutschland auch gezwungen, einen Reparationsvertrag in Höhe von 226 Trilionen Reichsmark zu bezahlen.
 
Diese Bargeldschuld, zu einer Zeit als Gold wirklich noch Geld gleich kam, entsprach den gesamten Goldreserven der ganzen Welt - mehr als 10.000 Tonnen an Goldbarren und Goldmünzen. Solch eine absurde Last konnte natürlich niemals zurück bezahlt werden, so dass die Weimarer Republik versuchte, es mit Papiergeld zu begleichen. Die Gelddruckereien druckten so schnell und so viel, dass das Volumen der Reichsmark 1924 um das 35trilionenfache anstieg parallel zu einer absehbaren Inflation und zusätzlich einem weniger sichtbaren sozialen Einbruch.

Spulen wir vor in das Jahr 2010: Mit oder ohne Hyper-Inflation, die Lasten des heutigen Wohlfahrtsstaates - wie die Reparationsschulden Deutschlands im Jahre 1919 - sind einfach zu groß, um sie bezahlen zu können. Genau wie die Forderungen vom Versailler Vertrag damals eine Bedrohung für den Friedensvertrag in Europa waren, sind heute die nach dem zweiten Weltkrieg den Nationalstaaten aufgebürdeten Vereinbarungen eine Bedrohung für kriegsmüde Wähler. 

Dass die Schulden des Wohlfahrtsstaates nicht bezahlt werden können, ist so sicher wie das Amen in der Kirche oder so vorhersagbar wie damals die ersten Baby-Boomer, die an diesem Wochenende genau vor 65 Jahren gezeugt wurden.

Die einzige Frage, die sich stellt - in Athen unter Feuerattacken gestellt, in Grossbritanien von den Politikern in den Staatsdebatten ignoriert - ist, ob man Bankrott ankündigt oder nicht, bevor man es mit Gelddrucken versucht.

Bereit in Gold zu investieren...?

Adrian Ash, 06 Mai '10

Adrian Ash is head of research at BullionVault.com, the fastest growing gold bullion service online. Formerly head of editorial at Fleet Street Publications Ltd – the UK's leading publishers of investment advice for private investors – he is also City correspondent for The Daily Reckoning in London, and a regular contributor to MoneyWeek magazine.